Mit dem Lachen soll deutlich werden: diese Dinge haben nicht das letzte Wort, sondern Gott und mit ihm das Leben. Das ist der Ursprung der Osterfreude und diese gipfelt in einem besonderen Brauch: dem Osterlachen. An Ostern lacht das Leben den Tod aus!
Um das Ganze konkret zu machen und mitunter auch auf die Spitze zu treiben, haben mancherorts Priester in mittelalterlichen Zeiten von Kanzeln herunter wie Hühner gegackert, Grimassen geschnitten oder Witze erzählt. Alles war erlaubt, was die Gläubigen zum Johlen brachte, denn Christus ist auferstanden, der Tod hat nichts mehr zu lachen, die Erlösten aber umso mehr. Diejenigen, die zu Ostern die Lacher auf ihrer Seite hatten, waren die echten Osterboten. Vor allem, weil sie nicht theoretisiert haben, sondern die Osterfreude ihren Zuhörenden konkret spüren ließen.
Dieses Osterlachen war schon immer ein „Trotzdem-Lachen“, denn der eigene Tod wird kommen, das ist sicher. Und mancher Tod ist bitter und manche Trauer ist schmerzhaft. Beim Osterlachen geht es ja nicht um vertröstende Floskeln wie: „Es wird schon wieder!“ oder: „Die Zeit heilt alle Wunden!“ oder: „Das Leben muss ja irgendwie weiter gehen!“ Es geht vielmehr um den Kern des christlichen Glaubens, der bei jedem Osterfest gefeiert und liturgisch nachvollzogen wird: Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Beginn des neuen Lebens. Für dieses Neue verspricht Jesus: Ihr werdet lachen.
An Ostern ist das Lachen wichtig, mehr noch notwendig. Ostermenschen sind diejenigen, die sich nicht unterkriegen lassen, die trotz mancher Schicksalsschläge, trotz Verzweiflung oder globaler Katastrophen aus dem Glauben heraus, viel zu lachen haben. Ich kenne einige dieser Ostermenschen, für mich sind sie die wahren Helden mit ihrem Anlachen gegen den Tod.
Zum Schluss noch etwas zum herzerfrischenden Lachen. Einer meiner Lieblings-Osterwitze: Im Taxi tippt der Fahrgast den Taxifahrer von hinten auf die Schulter. Daraufhin schreit der Taxifahrer laut auf, verliert fast die Kontrolle über den Wagen, verfehlt knapp einen entgegenkommenden Bus, schießt über den Gehsteig und kommt wenige Zentimeter vor einem Schaufenster zum Stehen. Für ein paar Sekunden ist alles ruhig, dann faucht er den Fahrgast an: "Sind Sie wahnsinnig? Sie haben mich ja zu Tode erschreckt!" Der Fahrgast ist völlig perplex und entschuldigt sich: "Ich konnte ja nicht wissen, dass Sie so schreckhaft sind." – "Naja", meint der Taxifahrer: "Heute ist mein erster Tag als Taxifahrer. Die letzten 25 Jahre habe für ein Bestattungsunternehmen gearbeitet."
Fröhliche Ostern und ein herzliches Lachen wünscht Ihnen Ihr Dekan Norbert Feick