Generation Gen-Z: Jugendliche engagieren sich mit und für andere

veröffentlicht 18.09.2026 von Christian Weise, Dekanat Rheingau-Taunus

Von wegen faul, weniger leistungsbereit und nicht engagiert

Der „Jugend von heute“ - auch Generation Gen-Z genannt - wird häufig unterstellt, sie sei faul, weniger leistungsbereit und engagiere sich nicht. Bei GENZ-Z spricht man von der Generation, die zwischen Mitte der 1990er und den frühen 2010er Jahren geboren sind. Diese Einschätzung spiegelt sich in vielen Medienberichten und den Meinungen (älterer) Generationen wider. Die Realität hier in der Region zeichnet dagegen ein ganz anderes Bild: Vor kurzem fand in Taunusstein-Wehen das zweite ökumenische Jugendfestival „OMG“ statt. Hunderte begeisterte Jugendlichen kamen zu diesen Fest, das viele Konfirmanden Firmlinge und andere zusammenbrachte. Ein großes Gemeinschaftserlebnis. Möglich war das nur durch ein Team von etwa 30 Menschen die dieses Festival geplant, organisiert und durchgeführt haben. Die meisten davon waren Ehrenamtliche aus der Region. Darunter sehr viele Jugendliche, wie die 18-jährige Annika aus Taunusstein. 

Tische schleppen und gleichzeitig Programm gestalten

Sie haben Tage vor und nach dem Event Tische und Stühle geschleppt, Pavillons aufgebaut, Kontakte geknüpft, sich am Gottesdienst beteiligt, Räume dekoriert, einen Action-Parcours aufgebaut und das Programm gestaltet. „Ich durfte bereits letztes Jahr in der OMG-Leitungsgruppe mitarbeiten. Die gemeinsame Planung und Organisation, aber vor allem auch der Aufbau und die Umsetzung haben mir richtig viel Spaß gemacht“, sagt Annika, die sich auch in der Evangelischen Jugend engagiert. „Mir macht es Freude „verschiedene Menschen zusammenzubringen und zu sehen, wie aus vielen einzelnen Ideen am Ende ein gemeinsames Festival entsteht.“ Das Jugendfestival wird von der Evangelischen Dekanatsjugend Rheingau-Taunus sowie der Katholischen Jugendkirche Kana verantwortet. 

Der Titel des Jugendfestivals lautete in diesem Jahr „Unsichtbar“. Dabei ging es darum, scheinbar „Unsichtbares“ sichtbar und erlebbar zu machen. „Beim OMG wurde für viele Jugendliche sichtbar, dass sie eine große Gemeinschaft sind“, erklärt Dekanatsjugendreferentin Angela Weiss. Jugendliche wie Teamer erlebten ferner ihre eigene Selbstwirksamkeit, ergänzt ihre Kollegin Inge Seemann. Im Gottesdienst fanden Jugendliche Metaphern für den „unsichtbaren“ Gott. „Gott hat die Farbe von Wasser“, so Emil. Konstantin traute sich vor über zweihundert Jugendlichen zu sagen, dass Gott für ihn in der Gemeinschaft im Gottesdienst sichtbar werde: „Gott spiegelt sich in den Menschen.“

Vertrauen führt zu mehr Selbstbewusstsein und Engagement

Annika schätzt das sichtbare Vertrauen, das ihr von hauptamtlichen Erwachsenen entgegengebracht wird. Das habe sie motiviert eigene Aufgaben zu übernehmen und das Festival aktiv mitzugestalten. „Ich konnte verschiedene Kontakte knüpfen - etwa mit der Feuerwehr, den Pfadfindern oder Fotografen und Menschen für unser Festival begeistern“, schwärmt sie. Es zeigt sich also : Wenn Jugendliche das Zutrauen bekommen, dass sie ihre Sichtweise einbringen können und einem Großevent ihre persönliche Note geben dürfen, wachsen sie über sich hinaus. 

Auf dem ökumenischen Jugendfestival in Wehen gab es knapp 30 unterschiedliche Stationen, wie die „lebendige Bibliothek“, Nähen mit den Handarbeitsfrauen oder einen Erste-Hilfe-Kurse mit den Maltesern. Die Ausstellung „Selbstbestimmt Bunt“ wurde sehr gut angenommen. Hierbei setzen sich die Jugendlichen mit verschiedenen Perspektiven auseinander, formulieren ihre Haltung und gehen in einen Austausch zueinander. Zudem gab es erlebnisorientierte Angebote wie die der Feuerwehr, das Balancieren auf der Slackline, Human Table Soccer oder der Inklusionsparcours. „Besonders toll fand ich, dass ich als Jugendliche die Möglichkeit bekommen habe, Teil der Leitungsgruppe zu sein und meine eigenen Ideen einzubringen“, unterstreicht Annika. „Genau diese Mischung aus Teamarbeit, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, hat mich motiviert, mich so einzubringen“, ergänzt sie. 

Sätze wie diese beflügeln die Hauptamtlichen, das Ehrenamt weiter zu stärken und junge Leute weiterhin immer mehr in Verantwortlichkeiten mit hinein zu nehmen. Für Annika und andere Teamer ist das OMG Festival jedenfalls nicht einfach nur ein Festival, „sondern etwas, das wir als Gruppe gemeinsam aufgebaut und gestaltet haben. Und genau deshalb möchte ich auch beim nächsten Mal wieder dabei sein.“